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Cyminology

„Cyminology beweisen, dass es möglich ist,
zu glühen, ohne zu explodieren. Musikalisch
ist dieses multinationale Projekt ein Fest.“

 

FACTS

CD-Release:

"AS NEY" 23. Januar 2009 / ECM

 

Besetzung:

Cymin Samawatie (vocal)
Benedikt Jahnel (piano)
Ralf Schwarz (bass)
Ketan Bhatti (drums, perc)

www.cyminology.de

www.myspace.com/cyminology

About

Das Initiationserlebnis kam während des Studiums in Berlin. Iranische Verwandte, bei denen Cymin Samawatie damals wohnte, hörten eine ungewöhnliche Aufnahme: Rezitationen, Gedichte Omar Chajjams, des Klassikers der persischen Lyrik aus der Zeit um 1100. „Es war altpersisch, eine sehr bildreiche Sprache. Viel verstanden habe ich nicht. Doch der Sound der Worte zog mich sofort an, ihre Musikalität. Als ich die Gedichte dann übersetzt bekam, war ich umso mehr gepackt. Weil ich spürte, wie viel diese alten Texte mit mir und meinem eigenen Leben zu tun haben.“ Obwohl in Braunschweig als Tochter iranischer Eltern aufgewachsen, war die junge Musikerin, die bereits ein Gesangs-, Klavier- und Schlagzeugstudium in Hannover hinter sich hatte, mit der literarischen Tradition ihres Herkunftslandes noch wenig in Kontakt gekommen. Nun aber war die Saat gelegt. Nach und nach entdeckte sie die berühmten Verse von Rumi und Hafiz. Grub sich immer weiter durch die persische Literatur. Und begann eigene Gedichte zu schreiben.

Cyminology, das 2001 gegründete Quartett, hatte seine Formel gefunden: Vokaler Kammerjazz und persische Lyrik. Ost und West, Alt und Neu, in bruchloser Synthese. Seelenvoll dunkel tönt die Stimme, unverkennbar orientalisch gefärbt. Raffiniert sparsam legt das Trio dazu seine Klangflächen aus, spinnt filigrane Linien. Eine Musik, so suggestiv und atmosphärisch, dass sie der Erklärungen kaum bedarf. Wenn das Quartett heute auf Tour ist - im Nahen Osten, in Europa und den USA oder, wie gerade jüngst erst, in der Kaukasus-Region - versucht Cymin ihrem Publikum trotzdem etwas von Inhalt und Aktualität der Texte zu vermitteln. „Es geht um ganz alltägliche Gefühlslagen. Um Heimweh, um diffuses Unglück und um Missverstehen zwischen Menschen, die sich eigentlich nahe sind: Da ist etwas in meinem Herzen, aber ich weiß nicht, was. Von außen mag ich ruhig erscheinen, doch in mir schreit es. Ich weiß nicht, was hinter dem Vorhang ist, der alle Dinge verhüllt. Aber wenn ich es herausfinde, werde ich nicht mehr auf dieser Welt sein.“

Im Detail verstehen muss man all das nicht, sagen die vier Musiker unisono. Worauf es Cymin beim Komponieren ankommt, ist der Rhythmus der Lyrik, der ihr die temperamentgeladenen ungeraden Takte eingibt. Die Sprachmelodie, die sich auf die mal zärtlichen, mal trotzigen Gesangslinien überträgt. Und natürlich der weiche Klang der Worte, der jene Gefühlsstimmung schafft, die in der improvisatorischen Erprobung mit den Kollegen immer weiter verdichtet wird. Was dabei entsteht, ist eine transkulturelle Kammermusik, in der sich Elemente des Kunstlieds mit freier Improvisation, moderner Harmonik und mit fernen Anklängen an zeitgenössischen Rock und Pop verbinden.

Auch Benedikt Jahnel, Pianist der Gruppe, mit dem Cymin Samawatie seit 2000 zusammenarbeitet, lässt sich bei seinen Kompositionen inzwischen öfters von persischen Gedichten anregen. Die Vorliebe des studierten Mathematikers für feingliedrige repetitive Muster und anspruchsvolle Vokallinien erweitert das Spektrum von Cyminology zusätzlich. Vier hervorragende Musiker kommen in diesem Quartett zusammen, vier wache Individualisten, die den Austausch offenbar genießen. Ketan Bhatti, der in Delhi geborene Schlagzeuger, verzahnt feinsten Groove mit dem entwickelten Klangsinn des vielseitig bewanderten Perkussionisten. Bassist Ralf Schwarz gibt dem Dialog zwischen Piano und Drums ein ebenso warmes wie elastisches Fundament. „ Wir legen viel Wert auf ein in sich stimmiges, kontinuierliches Gewebe, in dem nicht unterschieden wird zwischen Thema und Solo oder zwischen Solo und Begleitung“, sagt Benedikt Jahnel. „ Natürlich sind wir alle in erster Linie Jazzmusiker. Improvisation ist wichtig und hat ihren festen Platz. Aber für uns ist auch das eher eine Komposition, die im Moment entsteht.“

Viel hat man in den letzten Jahren an Balance und Dramaturgie gefeilt. Auf langen Tourneen wurden Übergänge geschliffen und präzise Kontraste ausgearbeitet. Und immer wieder neue Stücke ausprobiert. Acht Jahre nach Gründung von Cyminology kommt nun „As Ney“ - zu übersetzen mit „Von der Ney-Flöte“ - heraus. Das dritte Album der Gruppe und zugleich das Debüt bei ECM, produziert im Osloer Rainbow Studio von Manfred Eicher. „Es ist einfach wohltuend, wenn man weiß, dass einem da jemand zuhört, dem man bedingungslos vertraut“, sagt Cymin. „ Manfred hatte immer schon das Ganze vor Augen, er wusste genau, wo er die kleinen aber entscheidenden Impulse setzen musste. Dabei kann dann eine noch klarere und intimere Musik entstehen.“ Noch nie war eine CD so schnell aufgenommen, staunen die vier Musiker und strahlen. Wie sie da so zusammen im Kreuzberger Café sitzen, scheinen sie ein ideales Stück multikultureller Gegenwart zu verkörpern. Doch darüber sprechen sie nicht so gern. Für gute Musiker ist Internationalität eben eine Selbstverständlichkeit.

PressCUTS

Da wechselt die musikalische Stimmung locker von saftigen Jazzbeats zu orientalischen Vokalisen. (...) Cymin Samawatie sorgt mit unverwechselbarem Timbre und eigenwilliger Phrasierung dafür, dass dieser Brückenschlag nicht cyminologisch-akademisch daherkommt, sondern einfach nur musikalisch plausibel.”

neue musikzeitung | Maerz 2007

„Die Einspielung "BEMUN" überzeugt durch die Synthese aus orientaler und okzidentaler Musik. Vor allem die von der Kultur ihrer Heimat geprägten Vokalbeiträge der iranischen Sängerin Cymin Samawatie verleihen dem urbanen Modern-Jazz der Band einen exotischen Touch und eine ganz eigene Klangfarbe, ohne in klischeehafte Folklorismen abzugleiten. Im Gegenteil: Vor allem Pianist Benedikt Jahnel zeigt sich bei seinen durch beeindruckende melodische Kraft geprägten Solo-Exkursen von der fremden Kultur inspiriert. Sehr schönes Album.

JAZZPODIUM | Maerz 2007

„Das Quartett von Cymin Samawatie spiegelt Deutschlands multikulturelle Gesellschaft wider.

Kulturspiegel | Januar 2007

Dass persische Lyrik, moderner Jazz und orientalische Anleihen eine äußerst ergiebige Mischung ausmachen, haben Cyminology schon auf ihrem Debüt-Album Per Se bewiesen. Auf dem zweiten Album klingt die nun selbstbewusster und raffinierter. (...), die die besondere Qualität der Band ausmachen.

Jazzthetik | Februar 2007

(...) insgesamt hat Cyminology weitaus mehr Vitalität zu bieten. (...) erweist sich "bemun" daher als ein Kompendium der Möglichkeiten musikkulturellen Dialogs auf jazzender Basis, thematisch dicht gewebt und mit Tendenz zu kammermusikalischer Verinnerlichung.

Jazzthing | Februar/Maerz 2007

(...) ergeben ein (...) attraktives Klangbild jenseits abgedroschener Multi-Kulti-Klischees. (...) Schön detailreich und sehr sinnlich, versprüht diese Musik den frischen Duft jazzig-urbaner Sounds. Was Cyminology zum neuen Pflichtfach für alle Jazzfans macht.

Stereoplay | Februar 2007

Cyminology, (...) ein einzigartiges Beispiel für interkulturelles Musizieren. (...) Dass die Folge-CD jetzt außerhalb der Serie im regulären Label-Programm erscheint, spricht für die Überzeugungskraft dieses ungewöhnlichen Konzepts. Und für seine Chance beim Publikum.

FonoFrum | Maerz 2007

(...) unterstreicht eine impulsstarke, transparente Abmischung den federnden Charakter der Musik.

audio | Februar 2007

Das Besondere an der Musik von Cyminology ist, dass die Band gesungene persische Poesie mit modernem Jazz verbindet. Das ist nun nicht die übliche Lyrik und Jazz-Mischung, bei der Musiker gesprochene Texte begleiten, kommentieren oder konterkarieren, sondern eine hochintegrierte Mixtur aus Gesang und Instrumentalmusik, die einer ausgeklügelten Dramaturgie folgt.

Kieler Nachrichten | 31.Jan 2007

 

LINERNOTES

David Friedman

"Cymin Samawatie combines the exotic sensuality of the orient with jazz improvisation, to create a fresh new synthesis. The engaging original compositions and sensitive interaction within the band make this CD a most satisfying listening experience!"

Jiggs Whigham

"Die Musik auf dieser CD ist etwas außerordentlich Besonderes. Es drückt die Bedeutung der improvisierten Musik aus - Interaktion, Spontaneität, Energie, Geist und Freude! Ich hatte das Vergnügen 'Cyminology' auf Konzerten hören zu dürfen und war jedes Mal zutiefst gerührt. Die kreative und originelle Musik dieser Aufnahme ist repräsentativ für diese ausgezeichneten Künstler."

David Friesen

"’Cyminology’ is a wonderful collection of beautifully played music. The vocals are incredible...the influence from Iran is predominant...the transition into the Jazz concept is totally valid. Fantastic!”

Mario Laginha

“When most CD's recorded by jazz singers have a classic Jazz repertory, it's very stimulating to hear musicians who want to create their own music and their own path. The risks are bigger but also are the rewards. This is one of those cases, a solid quartet that makes beautiful music and is able to create a strong empathy with those who listen to it. I get an enormous curiosity to listen to the next Cymin's CD and find out which way she and the three excellent musicians she plays with are going to follow.”

 

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Cyminology „As Ney“

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